Havaneser adoptieren – das solltest du vorher wissen
- Fibis Adventures

- 31. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Immer wieder liest man Sätze wie: „Kleiner Hund sucht neues Zuhause“ oder „Havaneser abzugeben wegen Zeitmangel“.
Was für Außenstehende wie ein kurzer Text in einer Anzeige wirkt, ist für den Hund ein Wendepunkt und für die Menschen eine Entscheidung, die gut überlegt sein sollte.
Wir finden: Ein Havaneser, der ein neues Zuhause sucht, ist kein „Schnäppchenhund“ und auch keine impulsive Chance. Er ist ein Hund mit Geschichte und manchmal mit Verletzungen, aber genauso oft mit ganz viel Liebe im Gepäck.
Heute teilen wir, worauf wir achten würden, wenn wir einem Havi in dieser Situation helfen.
Warum ein Havaneser ein neues Zuhause sucht
Die Gründe sind selten schwarz oder weiß:
Überforderung mit Fellpflege oder Bindung
Allergien
Veränderungen im Job oder Privatleben
Trennung
gesundheitliche Probleme der Besitzer
falsche Erwartungen an den Hund
fehlende Beratung beim Kauf
Manchmal steckt dahinter auch schlicht Unwissen darüber, wie sensibel Havaneser sind.
„Helfen“ heißt zuerst prüfen – nicht retten
Es klingt hart, ist aber wichtig: Nicht jeder Hund, der „abzugeben“ ist, kommt aus Notsituationen. Manche Anzeigen sind eher Verkaufsversuche.
Wir würden immer prüfen:
Woher kommt der Hund?
Warum wird er abgegeben?
Gibt es Papiere/Tierarztunterlagen?
Wie alt ist er wirklich?
Gibt es Vorerkrankungen?
Wie wurde er gehalten?
Wer diese Fragen nicht beantworten möchte, hat oft Gründe.
Sicher adoptieren – nicht blind übernehmen
Wir würden uns Zeit nehmen für:
ein Kennenlernen
ein zweites Treffen
ein Gespräch über Alltag/Struktur
Beobachtung von Körpersprache
Ein Havaneser versteht mehr als man denkt. Er zeigt beim Kennenlernen oft leise, wie er sich fühlt, und das selten laut.
Starterpaket fürs Ankommen – lieber vorbereitet als überrascht
Damit ein Havi im neuen Zuhause ankommen kann, braucht er keinen neuen Luxus – sondern Halt.
Unsere Checkliste für ein „Starterpaket“:
Transportbox✔
weiche Decken (am besten mehrere)✔
Napf ✔
Futter für die Übergangsphase✔
Kauartikel/Leckerli (sanft, nicht reizend)✔
Bürste ✔
Ein Zuhause entsteht nicht durch Möbel, sondern durch Orientierung.
Die ersten Tage: Weniger bieten, mehr beobachten
Viele Menschen möchten einem Hund „zeigen, wie schön das Leben ist“. Aber gerade am Anfang ist das Gegenteil hilfreicher.
Für uns wären wichtig:
wenige Reize
klare Abläufe
feste Futterzeiten
wenig Besuch
keine Hundewiesen-Euphorie
kein Dauerstreicheln
Bindung entsteht nicht durch Dauerbeschäftigung, sondern durch Verlässlichkeit.
Wann es schwierig werden kann – und warum das normal ist
Ein Hund, der das Zuhause wechselt, darf:
unsicher sein
anhänglich werden
nicht spielen
unter dem Tisch schlafen
zu viel oder zu wenig trinken
uns ignorieren
Das hat nichts mit Undankbarkeit zu tun, sondern mit Anpassung.
Havaneser sind emotional feine Hunde. Sie brauchen Menschen, die das verstehen.
Unser Fazit
Ein Havaneser, der ein neues Zuhause sucht, ist keine „Chance“, sondern ein Vertrauensangebot.
Mit Ruhe, Vorbereitung, Struktur und einem gut durchdachten Starterpaket können diese kleinen Hunde sehr schnell ankommen und manchmal beginnt Bindung genau dort, wo jemand sagt:
„Du darfst dir Zeit lassen.“



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