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Havaneser adoptieren – das solltest du vorher wissen

Immer wieder liest man Sätze wie: „Kleiner Hund sucht neues Zuhause“ oder „Havaneser abzugeben wegen Zeitmangel“.


Was für Außenstehende wie ein kurzer Text in einer Anzeige wirkt, ist für den Hund ein Wendepunkt und für die Menschen eine Entscheidung, die gut überlegt sein sollte.


Wir finden: Ein Havaneser, der ein neues Zuhause sucht, ist kein „Schnäppchenhund“ und auch keine impulsive Chance. Er ist ein Hund mit Geschichte und manchmal mit Verletzungen, aber genauso oft mit ganz viel Liebe im Gepäck.


Heute teilen wir, worauf wir achten würden, wenn wir einem Havi in dieser Situation helfen.


Warum ein Havaneser ein neues Zuhause sucht


Die Gründe sind selten schwarz oder weiß:


  • Überforderung mit Fellpflege oder Bindung

  • Allergien

  • Veränderungen im Job oder Privatleben

  • Trennung

  • gesundheitliche Probleme der Besitzer

  • falsche Erwartungen an den Hund

  • fehlende Beratung beim Kauf


Manchmal steckt dahinter auch schlicht Unwissen darüber, wie sensibel Havaneser sind.


„Helfen“ heißt zuerst prüfen – nicht retten


Es klingt hart, ist aber wichtig: Nicht jeder Hund, der „abzugeben“ ist, kommt aus Notsituationen. Manche Anzeigen sind eher Verkaufsversuche.


Wir würden immer prüfen:


  • Woher kommt der Hund?

  • Warum wird er abgegeben?

  • Gibt es Papiere/Tierarztunterlagen?

  • Wie alt ist er wirklich?

  • Gibt es Vorerkrankungen?

  • Wie wurde er gehalten?


Wer diese Fragen nicht beantworten möchte, hat oft Gründe.


Sicher adoptieren – nicht blind übernehmen


Wir würden uns Zeit nehmen für:


  • ein Kennenlernen

  • ein zweites Treffen

  • ein Gespräch über Alltag/Struktur

  • Beobachtung von Körpersprache


Ein Havaneser versteht mehr als man denkt. Er zeigt beim Kennenlernen oft leise, wie er sich fühlt, und das selten laut.


Starterpaket fürs Ankommen – lieber vorbereitet als überrascht


Damit ein Havi im neuen Zuhause ankommen kann, braucht er keinen neuen Luxus – sondern Halt.


Unsere Checkliste für ein „Starterpaket“:



Ein Zuhause entsteht nicht durch Möbel, sondern durch Orientierung.


Die ersten Tage: Weniger bieten, mehr beobachten


Viele Menschen möchten einem Hund „zeigen, wie schön das Leben ist“. Aber gerade am Anfang ist das Gegenteil hilfreicher.


Für uns wären wichtig:


  • wenige Reize

  • klare Abläufe

  • feste Futterzeiten

  • wenig Besuch

  • keine Hundewiesen-Euphorie

  • kein Dauerstreicheln


Bindung entsteht nicht durch Dauerbeschäftigung, sondern durch Verlässlichkeit.


Wann es schwierig werden kann – und warum das normal ist


Ein Hund, der das Zuhause wechselt, darf:


  • unsicher sein

  • anhänglich werden

  • nicht spielen

  • unter dem Tisch schlafen

  • zu viel oder zu wenig trinken

  • uns ignorieren


Das hat nichts mit Undankbarkeit zu tun, sondern mit Anpassung.


Havaneser sind emotional feine Hunde. Sie brauchen Menschen, die das verstehen.


Unser Fazit


Ein Havaneser, der ein neues Zuhause sucht, ist keine „Chance“, sondern ein Vertrauensangebot.


Mit Ruhe, Vorbereitung, Struktur und einem gut durchdachten Starterpaket können diese kleinen Hunde sehr schnell ankommen und manchmal beginnt Bindung genau dort, wo jemand sagt:


„Du darfst dir Zeit lassen.“

 
 
 

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