Havaneser Welpe stubenrein nachts – Wie lange hält er durch und was wirklich hilft
- Fibis Adventures

- 8. Apr.
- 9 Min. Lesezeit
Die Nächte waren für uns am Anfang der Teil, der sich am wenigsten planbar angefühlt hat
Tagsüber hatten wir bei Fibi relativ schnell ein Gefühl dafür, wann sie rausmusste. Nach dem Schlafen, nach dem Fressen, nach dem Spielen und irgendwann bekommt man dafür einen Blick. Nachts war das komplett anders.
Plötzlich lag man selbst im Bett und dachte nicht mehr nur darüber nach, ob der Welpe rausmuss, sondern vor allem wann, wie oft und wie lange er überhaupt durchhalten kann, ohne dass es schiefgeht. Muss man nachts einen Wecker stellen? Wartet man, bis der Welpe sich meldet? Trägt man ihn raus? Und was bedeutet es eigentlich, wenn es ein paar Nächte gut klappt und dann plötzlich wieder nicht?
Genau diese Unsicherheit ist am Anfang völlig normal.
Denn das Thema „stubenrein nachts“ ist nicht nur eine Frage von Blase und Timing. Es hängt auch mit Schlaf, Sicherheit, Routine, Reife und dem eigenen Umgang damit zusammen. Gerade bei einem kleinen Havaneser-Welpen hat man schnell das Gefühl, entweder zu viel zu machen oder zu wenig.
Bei uns war genau das der Punkt. Tagsüber sah alles schon halbwegs geordnet aus, nachts fühlte es sich dagegen lange nach Versuch und Irrtum an. Und genau deshalb hätten wir uns damals einen Beitrag gewünscht, der nicht nur sagt: „Hab Geduld“, sondern wirklich erklärt, was realistisch ist, was normal ist und was im Alltag wirklich hilft.
Wenn du gerade generell noch am Anfang der Welpenzeit stehst, hilft dir auch unser Beitrag „Havaneser Welpe – Der komplette Guide für die ersten 30 Tage“, weil dort viele Grundlagen aus dieser ersten Phase nochmal zusammenlaufen.
Das Wichtigste auf einen Blick
Wenn dein Havaneser-Welpe nachts noch nicht stubenrein ist, ist das erstmal völlig normal.
Diese Punkte sind am wichtigsten:
Ein Welpe ist nachts nicht automatisch stubenrein, nur weil es tagsüber schon besser läuft
Wie lange er nachts durchhält, hängt stark von Alter, Reife, Tagesablauf und Schlafqualität ab
Viele Welpen melden sich nachts nicht zuverlässig, obwohl sie rausmüssten
Feste Zeiten und ein klarer Ablauf helfen mehr als „mal schauen“
Lieber am Anfang einmal zu früh raus als einmal zu spät
Unfälle in der Nacht sind kein Rückschritt, sondern Teil des Lernprozesses
Unser wichtigster Rat ist: Warte am Anfang nicht darauf, dass dein Welpe das Thema alleine löst. Nachts stubenrein werden klappt am schnellsten, wenn du Struktur vorgibst und Erfolge bewusst ermöglichst.
Wie lange hält ein Havaneser Welpe nachts durch?
Das ist die Frage, die fast alle beschäftigt und gleichzeitig die, auf die es keine einzige starre Antwort gibt.
Trotzdem gibt es realistische Richtwerte, an denen du dich orientieren kannst.
Grober Richtwert nach Alter
Alter des Welpen | Nachts realistisch durchhalten |
8 Wochen | etwa 2–3 Stunden |
9–10 Wochen | etwa 3 Stunden |
11–12 Wochen | etwa 3–4 Stunden |
13–16 Wochen | etwa 4–5 Stunden |
ab 5 Monaten | oft deutlich länger, teilweise ganze Nacht |
Wichtig ist: Das sind keine Gesetze. Sie helfen dir nur, Erwartungen einzuordnen.
Ein Havaneser ist klein. Schon deshalb ist es sinnvoll, gerade in den ersten Wochen eher vorsichtig zu planen. Manche Welpen überraschen einen positiv und halten nachts länger durch, andere brauchen einfach etwas mehr Unterstützung. Beides ist normal.
Bei Fibi war es am Anfang definitiv nicht so, dass wir sie einfach acht Stunden schlafen lassen konnten und morgens alles trocken war. Die ersten Nächte waren deutlich kürzer geplant. Und rückblickend war genau das auch richtig, weil wir so viele unnötige Misserfolge verhindert haben.
Warum Welpen nachts manchmal länger durchhalten als tagsüber – Und warum das trotzdem trügerisch sein kann
Viele erleben genau das: Tagsüber muss der Welpe gefühlt ständig raus, nachts klappt es plötzlich ein bisschen besser. Das ist erstmal nicht ungewöhnlich.
Der Grund ist simpel:
nachts ist weniger Bewegung da
es gibt weniger Reize
der Körper fährt runter
viele Welpen schlafen tiefer und ruhiger
Aber genau hier liegt auch die Falle. Nur weil ein Welpe nachts manchmal länger durchhält, heißt das nicht automatisch, dass er nachts schon stubenrein ist. Viele deuten einzelne gute Nächte zu früh als „Jetzt kann er’s“. Und genau dann passieren wieder Unfälle.
Die sicherere Haltung ist deshalb:Eine trockene Nacht ist ein gutes Zeichen, aber noch kein Beweis, dass das Thema erledigt ist.
So lief das bei uns damals:
Die größte Unsicherheit nachts: Soll ich warten, bis er sich meldet?
Hier hätten wir uns damals selbst eine viel klarere Antwort gewünscht.
Unsere ehrliche Meinung: Am Anfang lieber nicht.
Denn viele Welpen melden sich nachts nicht zuverlässig. Manche fiepen, andere werden unruhig, wieder andere schlafen einfach weiter, bis es eben schon passiert ist.
Wenn du also darauf hoffst, dass dein Welpe sich immer klar bemerkbar macht, ist das oft eher ein Glücksspiel als ein gutes System.
Gerade in den ersten Wochen fanden wir es deutlich entspannter, selbst die Verantwortung zu übernehmen:
klare Zeiten
kurze ruhige Nächte
wenig Drama
kein Testen auf Kosten eines Misserfolgs
Das nimmt dir zwar erstmal ein bisschen Schlaf, gibt euch aber meist schneller Sicherheit.
Wenn du tagsüber am großen Thema arbeitest, passt dazu auch unser Beitrag „Havaneser stubenrein bekommen – Unser Schritt-für-Schritt Guide“, weil dort der grundsätzliche Aufbau nochmal ausführlich erklärt wird.
Soll man nachts einen Wecker stellen?
Für viele ist das die unromantischste, aber ehrlich gesagt oft sinnvollste Lösung: Ja, am Anfang kann ein Wecker sehr hilfreich sein.
Nicht monatelang und nicht jede Nacht gleich, aber in der frühen Phase nimmt dir ein Wecker viel Unsicherheit ab.
Warum?
Weil du damit:
nicht auf Zufall hoffst
dem Welpen Erfolg ermöglichst
Unfälle vermeidest
schneller ein Gefühl für seinen Rhythmus bekommst
Bei uns war das deutlich entspannter, als einfach abzuwarten. Denn Warten klingt oft lässig und intuitiv. In Wirklichkeit sitzt man dann aber halbwach da und lauscht auf jedes Geräusch. Ein Wecker schafft Struktur.
Wie oft nachts raus?
Am Anfang ist einmal oft nicht genug. Je nach Alter können es auch zwei oder sogar drei kurze Löserunden sein. Das klingt viel, ist aber eine Übergangsphase und sie wird schneller besser, wenn du sie sauber strukturierst.
Wie wir die Nächte aufbauen würden – Schritt für Schritt
1. Letzte Löserunde wirklich kurz vor dem Schlafen
Nicht „irgendwann abends noch mal draußen gewesen“, sondern wirklich so, dass danach möglichst direkt Schlafenszeit ist. Gerade in den ersten Wochen macht das einen großen Unterschied.
2. Nachts langweilig bleiben
Das ist einer der wichtigsten Punkte überhaupt. Nachts ist nicht die Zeit für:
Spielen
Reden
große Motivation
Belohnungsparty
Nachts heißt:
ruhig aufnehmen oder hintragen
kurz lösen
direkt zurück
Du willst nicht, dass die Nacht spannend wird. Du willst, dass sie funktional bleibt.
3. Möglichst denselben Ablauf wiederholen
Je gleichförmiger es abläuft, desto leichter wird es für den Welpen. Ein Havaneser profitiert enorm von solchen festen Mustern. Sie geben Orientierung, und genau das brauchen viele Welpen nachts.
4. Nicht mehr Freiheit geben, als nötig
Ein zu großer Schlafbereich macht das Ganze oft schwerer. Viele Welpen profitieren nachts von einem kleineren, klaren Bereich. Nicht, weil man sie „einschränkt“, sondern weil Orientierung Ruhe bringt.
Soll ich meinen Welpen nachts tragen oder laufen lassen?
Auch das ist eine dieser typischen Fragen, die in der Praxis wichtiger sind, als sie auf den ersten Blick wirken.
Unsere Empfehlung für die Anfangszeit:Lieber tragen.
Warum? Weil ein kleiner Welpe auf dem Weg zur Tür oft noch:
müde ist
trödelt
abgelenkt wird
oder schon auf halber Strecke nicht mehr halten kann
Gerade nachts, wenn alles schnell und ruhig gehen soll, fanden wir Tragen oft sinnvoller. So war die Chance größer, dass das Lösen wirklich draußen passiert und nicht unterwegs.
Später, wenn der Welpe sicherer und körperlich weiter ist, wird das natürlich unwichtiger. Aber in der frühen Phase kann es einen echten Unterschied machen.
Was tun, wenn der Welpe nachts in die Wohnung macht?
Zuerst das Wichtigste: Nicht schimpfen.
Auch wenn man müde ist und sich ärgert, es bringt nichts. Dein Welpe verknüpft das nicht sinnvoll mit dem eigentlichen Problem. Was du brauchst, ist nicht Frust, sondern Analyse.
Frag dich stattdessen:
War das Zeitfenster zu lang?
War er abends noch sehr aufgedreht?
War der Weg nach draußen zu lang?
Hat er sich vielleicht gar nicht gemeldet?
War der Schlafbereich zu groß?
Meist steckt hinter einem Unfall nachts kein „Rückschritt“, sondern einfach eine Information: Der aktuelle Ablauf passt noch nicht ganz.
Wichtig auch:
Reinige solche Stellen gründlich. Gerade in der Welpenzeit lohnt sich ein guter Enzymreiniger, weil er Gerüche besser neutralisiert als normales Wischen. Das ist keine übertriebene Anschaffung, sondern oft einfach praktisch, gerade wenn man vermeiden möchte, dass bestimmte Stellen wieder interessant werden.
Warum es plötzlich wieder schlechter laufen kann, obwohl es schon gut war
Das ist ein Punkt, der viele verunsichert: Es lief doch schon drei Nächte trocken, und plötzlich klappt es wieder nicht.
Das kann mehrere Gründe haben:
Entwicklungsschub
mehr Aufregung tagsüber
veränderter Schlafrhythmus
spätes Fressen oder Trinken
zu frühe Verlängerung der Nacht
Wichtig ist hier, nicht sofort alles infrage zu stellen. Nur weil es zwischendurch wieder einen Unfall gibt, ist das Training nicht kaputt. Gerade bei Welpen verläuft Stubenreinheit oft nicht komplett linear.
Welche Rolle spielen Schlafplatz und Nähe?
Mehr, als viele denken.
Ein Welpe macht in der Regel nicht gern direkt an seinen Schlafplatz. Aber das funktioniert nur, wenn der Bereich:
klein genug
klar genug
und sicher genug ist
Zu viel Raum kann dieses Prinzip verwässern. Deshalb hilft ein klar definierter Schlafbereich oft doppelt:
der Welpe findet besser zur Ruhe
die Chance steigt, dass er sich eher meldet oder wartet
Gerade ein Havaneser-Welpe profitiert zusätzlich oft von Nähe. Nicht unbedingt dauerhaft Körperkontakt, aber zumindest von der Sicherheit, dass jemand da ist. Diese Sicherheit kann nachts einen größeren Unterschied machen als jede „perfekte Methode“.
Wie Schlaf, Übermüdung und Stubenreinheit zusammenhängen
Ein Welpe, der abends komplett überdreht ist, wird nicht automatisch besser schlafen und erst recht nicht automatisch besser durchhalten. Übermüdung führt oft zu:
Unruhe
schlechterem Runterkommen
unklaren Signalen
chaotischeren Nächten
Deshalb ist es so wichtig, tagsüber nicht nur auf Auslastung, sondern auch auf Ruhe zu achten. Wenn dein Havaneser schlecht zur Ruhe kommt, hilft dir auch unser Beitrag „Beschäftigung für Havaneser drinnen“, weil dort gut sichtbar wird, wie schnell aus „noch ein bisschen Action“ eigentlich Überforderung werden kann.
Die häufigsten Fehler beim Thema „stubenrein nachts“
1. Zu lange warten
Viele wollen nicht „übertreiben“ und lassen die Zeitfenster nachts zu schnell zu lang werden. Das führt oft zu Unfällen, die man mit etwas mehr Struktur hätte vermeiden können.
2. Kein klarer Ablauf
Mal nachts raus, mal nicht. Mal Wecker, mal Zufall. Genau das macht es schwer, Muster zu erkennen.
3. Zu viel Aufmerksamkeit in der Nacht
Nachts soll Lösen kein Event werden. Je spannender es wird, desto weniger ruhig bleibt die Gesamtsituation.
4. Zu viel Raum
Gerade bei kleinen Welpen ist weniger oft mehr.
5. Sich von einzelnen guten Nächten täuschen lassen
Eine trockene Nacht ist super. Aber sie bedeutet noch nicht automatisch, dass man jetzt alles verdoppeln kann.
Unsere Checkliste: So wird ein Havaneser-Welpe nachts schneller stubenrein
Wenn wir es heute noch einmal von vorne machen würden, würden wir diese Punkte genauso wieder umsetzen:
letzte Löserunde direkt vor dem Schlafen
in den ersten Wochen lieber aktiv wecken als nur hoffen
nachts möglichst immer denselben Ablauf
Welpen lieber tragen, wenn der Weg sonst zu lang ist
kein Spielen und kein großes Reden nachts
Schlafbereich klar und eher klein halten
einzelne gute Nächte nicht sofort überbewerten
Unfälle ruhig einordnen statt emotional reagieren
Entwicklung in Wochen denken, nicht in einzelnen Nächten
tagsüber auf genug Ruhe achten
FAQ: Häufige Fragen zur nächtlichen Stubenreinheit
1. Wie lange hält ein Havaneser-Welpe nachts wirklich durch?
Je nach Alter oft zwischen 2 und 5 Stunden in der frühen Phase. Kleinere Welpen eher kürzer, ältere meist länger.
2. Muss ich meinen Welpen nachts wirklich wecken?
Am Anfang ist das oft sinnvoll, weil viele Welpen sich noch nicht zuverlässig melden und du so Unfälle vermeidest.
3. Wann wird ein Welpe nachts stubenrein?
Das ist individuell. Viele Welpen werden zwischen dem vierten und sechsten Monat deutlich stabiler, manche früher, manche später.
4. Soll ich meinen Welpen nachts tragen?
In der frühen Phase oft ja. Das verkürzt den Weg und reduziert die Chance, dass unterwegs etwas passiert.
5. Ist ein nächtlicher Unfall schlimm?
Nein. Er ist nervig, aber normal. Wichtig ist nur, dass du daraus lernst und nicht emotional reagierst.
6. Warum klappt es tagsüber besser als nachts?
Tagsüber beobachtest du meist aktiver, reagierst schneller und erkennst Signale leichter. Nachts ist alles träger und unsicherer.
7. Soll ich warten, bis mein Welpe fiept?
Nicht ausschließlich. Viele Welpen melden sich nachts nicht klar genug. In den ersten Wochen ist ein eigener Rhythmus oft sicherer.
8. Wird das wirklich besser?
Ja. Gerade wenn du ruhig, strukturiert und ohne unnötiges Chaos arbeitest, wird die Nacht meist schneller einfacher, als man in den ersten Tagen glaubt.
Fazit: Nächtliche Stubenreinheit ist kein Talent, sondern ein Aufbau
Wenn wir eine Sache aus dieser Zeit mitgenommen haben, dann diese: Nachts stubenrein werden ist keine Frage davon, ob dein Welpe „es kann“ oder nicht. Es ist vor allem eine Frage davon, wie gut du ihn in dieser Phase unterstützt.
Mit:
realistischen Erwartungen
festen Zeiten
ruhigen Nächten
wenig Drama
und einem klaren Ablauf
wird das Thema meist deutlich schneller leichter.
Gerade bei einem Havaneser-Welpen lohnt es sich, liebevoll und praktisch zugleich zu denken. Nicht aus Mitleid alles laufen lassen, aber auch nicht aus Unsicherheit zu früh zu viel verlangen. Der beste Weg liegt meistens dazwischen: Sicherheit geben, Struktur vorgeben und dem Welpen die Chance geben, Erfolg zu haben.
Und genau darum geht es am Ende. Nicht um perfekte Nächte ab Tag eins, sondern darum, dass ihr Schritt für Schritt zu einem ruhigen, verlässlichen Ablauf findet.



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