Havaneser schlechte Eigenschaften: Die Wahrheit über diese Rasse
- Fibis Adventures

- 16. Mai
- 11 Min. Lesezeit
Wer nach „havaneser schlechte eigenschaften“ sucht, will den Havaneser meistens nicht schlechtmachen. Die meisten suchen nach etwas viel Wichtigerem:
nach Ehrlichkeit. Nach dem Teil, der in vielen Rassebeschreibungen weichgespült wird, weil sich „freundlich, süß und familiennah“ einfach schöner liest als „pflegt sich nicht von allein, hängt stark am Menschen und wird bei falschem Aufbau schnell anstrengend“.
Und genau da beginnt das Problem mit dieser Rasse.
Denn der Havaneser sieht nach einem Hund aus, den man einfach liebt und der dann irgendwie mitläuft. Klein, flauschig, offen, niedlich. Einer, der nicht bedrohlich wirkt und bei dem man automatisch denkt: Das wird schon nicht so kompliziert sein. Genau dieser Gedanke ist oft der Fehler. Nicht weil der Havaneser kein toller Hund wäre. Sondern weil er viel häufiger unterschätzt als überschätzt wird.
Die offiziellen Rassebeschreibungen sind dabei ehrlicher, als viele denken. Der FCI-Standard beschreibt den Havaneser als fröhlich, charmant, verspielt, liebenswürdig und leicht erziehbar. Gleichzeitig wird dort das lange, üppige, weiche Fell klar beschrieben. AKC und der Havanese Club of America betonen zusätzlich die starke Familienbezogenheit der Rasse, gute Trainierbarkeit, aber auch deutlichen Pflegeaufwand und eine spürbare Barking-Tendenz. Genau darin steckt die ganze Wahrheit: Der Havaneser ist ein wunderbarer Begleithund, aber keiner, der nur aus Flausch und guter Laune besteht.
Wir schreiben diesen Beitrag deshalb nicht als Bashing, sondern als fairen Reality-Check. Wenn ihr am Ende nur mitnehmt, dass der Havaneser kein Deko-Hund, sondern ein echter Begleithund mit echten Ansprüchen ist, dann hat dieser Artikel seinen Job erfüllt.
Kurzantwort-Box
Kurz & knapp: Zu den häufigsten als „schlecht“ empfundenen Eigenschaften beim Havaneser gehören starke Anhänglichkeit, aufwendige Fellpflege, Bellverhalten, Probleme beim Alleinbleiben bei falschem Aufbau, hohe Sensibilität, schnelle Gewöhnung an inkonsequente Regeln und die Tatsache, dass kleine Hunde oft zu weich erzogen werden. Der Havaneser ist kein schlechter Hund. Aber er ist eine Rasse, deren schwierige Seiten im Alltag oft verniedlicht werden. Offizielle Rasse- und Clubquellen beschreiben ihn gleichzeitig als sehr familienbezogen, intelligent, verspielt und trainierbar, aber eben auch als grooming-intensiv und merklich bellfreudig. Genau diese Mischung macht ihn im passenden Zuhause großartig und im falschen Alltag schnell anstrengend.
Inhaltsverzeichnis
Warum Menschen nach „Havaneser schlechte Eigenschaften“ suchen
Sind Havaneser wirklich schwierig?
Havaneser können extrem anhänglich sein
Die Fellpflege ist aufwendiger, als viele erwarten
Havaneser bellen oft mehr, als man denkt
Kleine Hunde werden oft zu weich erzogen – und genau das wird später zum Problem
Havaneser sind sensibler, als viele erwarten
Sie merken sofort, wenn Regeln inkonsequent sind
Der größte Nachteil ist oft die falsche Erwartung an die Rasse
Vergleichsübersicht: Was am Havaneser wirklich anstrengend werden kann
Für wen der Havaneser trotz dieser Nachteile gut passt
Für wen der Havaneser eher nicht die richtige Wahl ist
Checkliste: Passt ein Havaneser wirklich zu euch?
Häufige Fragen zu schlechten Eigenschaften beim Havaneser
Fazit
Warum Menschen nach „Havaneser schlechte Eigenschaften“ suchen
Diese Suchanfrage ist eigentlich klüger als viele weichere Keywords. Wer nach „Havaneser Charakter“, „Havaneser für Anfänger“ oder „Havaneser Erfahrungen“ sucht, bekommt oft ein rundes, nettes Bild.
Freundlich. Klein. Sozial. Familiennah.
Das stimmt alles. Aber es beantwortet nicht die eigentliche Alltagsfrage: Was wird an dieser Rasse schwierig, wenn das echte Leben beginnt?
Die Leute, die nach schlechten Eigenschaften suchen, fragen meistens in Wahrheit:
Was wird oft verschwiegen?
Welche Nachteile hat der Havaneser im Alltag?
Womit kommen Halter erst später nicht gut klar?
Was wird bei dieser Rasse häufig unterschätzt?
Passt so ein Hund wirklich zu unserem Leben?
Und genau diese Fragen sind wichtig. Denn fast niemand bereut später, dass ein Havaneser freundlich ist. Viele bereuen aber, dass sie vorher zu wenig über Bindung, Fellpflege, Ruhetraining, Bellverhalten und das Alleinbleiben gehört haben.
Sind Havaneser wirklich schwierig?
Nein. Aber sie sind auch nicht automatisch leicht.
Das ist der wichtigste Ausgangspunkt für diesen ganzen Beitrag. Der Havaneser ist keine Rasse, die typischerweise durch Härte, extreme Eigenständigkeit oder großes Aggressionspotenzial auffällt. AKC beschreibt ihn ausdrücklich als sozialen, fröhlichen Companion Dog. Der Havanese Club of America bewertet „Affectionate with family“ mit 100, „Trainability“ mit 80 und „Good with children“ mit 100. Gleichzeitig liegt dort „Barking“ ebenfalls bei 80, und AKC betont klar den täglichen bis sehr regelmäßigen Grooming-Aufwand. Das ist die ehrliche Mitte: kein Problemhund, aber auch ganz sicher kein Selbstläufer.
Viele Havaneser werden nicht wegen ihrer Rasse schwierig, sondern weil ihre Herausforderungen zu lange verniedlicht werden. Gerade weil sie klein, weich und freundlich wirken, werden Themen wie Erziehung, Alleinbleiben, Ruhetraining oder Fellpflege oft später ernst genommen als bei größeren Hunden. Und genau daraus entstehen dann die „schlechten Eigenschaften“, über die Menschen irgendwann frustriert sprechen.
1. Havaneser können extrem anhänglich sein
Das ist wahrscheinlich die am häufigsten unterschätzte schlechte Eigenschaft beim Havaneser.
Viele Menschen wünschen sich einen Hund, der Nähe sucht, gern kuschelt und wirklich Teil des Lebens wird. Genau das kann der Havaneser hervorragend. Der Havanese Club of America beschreibt ihn als extrem familienbezogen; die Trait-Bewertung „Affectionate with family“ liegt dort bei 100. Auch der FCI-Standard und AKC betonen die anhängliche, freundliche und gesellige Natur der Rasse. Genau das ist ein riesiger Pluspunkt und gleichzeitig eine potenzielle Baustelle.
Wie sich das im Alltag zeigt
Ein Havaneser läuft oft nicht einfach nur mit. Viele möchten wirklich überall dabei sein:
Küche, Bad, Sofa, Flur, Schreibtisch, Schlafzimmer. Am Anfang fühlt sich das wunderschön an. Der Hund liebt uns. Er hängt an uns. Er sucht Kontakt. Genau deshalb merken viele zu spät, wann aus Bindung langsam Abhängigkeit wird.
Dann sieht der Alltag plötzlich so aus:
Der Hund steht sofort mit auf, sobald jemand aufsteht.
Er kontrolliert jede Bewegung.
Er kann schwer abschalten, wenn im Haus dauernd etwas passiert.
Er folgt euch von Raum zu Raum.
Er tut sich mit Alleinsein schwer.
Er reagiert empfindlich auf neue Abläufe.
AKC betont in aktuellen Trainingsartikeln ausdrücklich, dass Welpen das Alleinsein aktiv lernen müssen. Ein junger Hund soll nicht von ständiger Gesellschaft direkt zu stundenlangem Alleinbleiben springen.
Empfohlen werden sehr kurze, positive Einheiten, zunächst sogar während man noch im Haus ist, in einem sicheren Bereich wie Pen oder Crate. Dazu nennt AKC altersbezogene grobe Grenzen: unter 10 Wochen etwa 1 Stunde, 10 bis 12 Wochen etwa 2 Stunden, mit zunehmendem Alter etwas mehr; selbst bei älteren Junghunden gilt nicht „je länger, desto besser“.
Was daran anstrengend wird
Die schlechte Eigenschaft ist also nicht „Anhänglichkeit“ an sich. Die schlechte Eigenschaft ist, dass Anhänglichkeit ohne Struktur schnell in Klammern, Kontrollverhalten und Trennungsprobleme kippt. Und weil das beim Havaneser so niedlich aussieht, reagieren viele Menschen zu spät.
Wenn bei euch bald ein Havaneser-Welpe einzieht
Genau an diesem Punkt macht unser Welpen-Starterpaket am meisten Sinn. Nicht als hübscher Zusatz, sondern als echte Strukturhilfe. Viele spätere Probleme entstehen nicht nach sechs Monaten, sondern in den ersten Tagen: kein klarer Ruheplatz, kein sauberer Aufbau von Mini-Alleinzeiten, kein stabiler Tagesrhythmus, zu viel Schoß und zu wenig Selbstständigkeit. Genau an diesem Punkt entscheidet sich beim Havaneser oft, ob aus Nähe später Bindung oder Belastung wird.
2. Die Fellpflege ist aufwendiger, als viele erwarten
Wenn man den Havaneser nur auf Bildern sieht, unterschätzt man das Fell fast immer.
AKC schreibt klar, dass das lange, weiche, seidige Fell des Havanesers tägliche oder sehr regelmäßige Pflege braucht, um frei von Matten und Verfilzungen zu bleiben. Der FCI-Standard beschreibt das Haarkleid als lang, üppig, weich und vorzugsweise gewellt. Das ist kein Detail. Das ist Alltag.
Was viele denken
„Der haart wenig, also ist das Fell bestimmt unkompliziert.“
Wie es in Wirklichkeit ist
Hinter den Ohren entstehen kleine Knoten schneller, als man denkt.
Unter den Achseln und am Brustbereich wird das Fell durch Geschirr und Bewegung zur Problemzone.
Bart, Bauch und Pfoten nehmen Regen, Dreck und kleine Kletten zuverlässig mit.
Nach schlechtem Wetter hängt die Arbeit nicht im Hund, sondern bei euch.
Wenn man ein paar Tage nachlässig wird, merkt man das oft sofort.
Der Denkfehler ist: wenig Haar in der Wohnung = wenig Aufwand. Beim Havaneser ist die Wahrheit oft eher: weniger Staubsaugen, mehr aktive Fellarbeit.
Das macht die Fellpflege im Alltag anstrengend
Nicht das Bürsten an sich. Sondern die Regelmäßigkeit. Fellpflege ist beim Havaneser nichts, das man „bei Gelegenheit“ macht. Sie ist eher wie Zähneputzen: nicht aufregend, aber wenn man es schleifen lässt, wird es schnell unangenehm.
Was uns bei der Fellpflege wirklich hilft
Was beim Havaneser aus unserer Sicht wirklich Sinn ergibt:
eine gute Slicker-Bürste* für die regelmäßige Pflege
ein stabiler Metallkamm* für Problemstellen bis auf die Haut
ein entwirrendes Pflegespray* für schwierige Tage
ein saugstarkes Hundehandtuch* für Regen, Bauch und Pfoten
Das sind keine Deko-Produkte, sondern echte Problemlöser.
3. Havaneser bellen oft mehr, als man denkt
Das ist ein Punkt, der vor dem Kauf gern verharmlost wird.
Der Havanese Club of America gibt „Barking“ mit 80 an. Das ist kein kleiner Nebenaspekt. Es heißt nicht, dass jeder Havaneser ein Dauerkläffer ist. Es heißt aber sehr klar: Bellverhalten ist bei dieser Rasse ein realistisches Alltagsthema.
Wie das im Alltag aussieht
Am Anfang ist es oft „nur“ Melden:
jemand im Treppenhaus
Besuch an der Tür
Bewegung vorm Fenster
ungewohnte Geräusche
Erwartung rund um Futter, Gassi oder Aufmerksamkeit
Genau dieses frühe Meldeverhalten wird bei kleinen Hunden aber oft länger toleriert. Es ist ja nicht bedrohlich. Es klingt nicht so massiv wie bei einem großen Hund. Und genau dadurch reagiert man zu spät.
Wo das Problem liegt
Wenn Bellen immer eine Bedeutung bekommt, lernt der Hund schnell:
Bellen bringt Aufmerksamkeit
Bellen verändert die Situation
Bellen wird gehört
Dann ist der Havaneser nicht plötzlich „kläffig“, sondern er hat einfach konsequent gelernt, dass dieses Verhalten funktioniert.
Was helfen kann
Bellverhalten braucht keine Härte, aber Klarheit. Und genau hier helfen im Alltag oft Dinge, die Ruhe überhaupt erst trainierbar machen:
Kong*
hochwertige, ruhige Kauartikel
ein fester Ruheplatz mit klarer Routine
4. Kleine Hunde werden oft zu weich erzogen – und genau das wird später zum Problem
Das ist streng genommen keine angeborene Havaneser-Eigenschaft. Aber es ist einer der häufigsten Gründe, warum Havaneser im Alltag später anstrengend werden.
Weil sie klein, weich und niedlich wirken, dürfen sie oft länger:
anspringen
ziehen
hinterherlaufen
melden
Aufmerksamkeit einfordern
selektiv hören
Bei einem größeren Hund würden viele Halter viel früher handeln. Beim Havaneser heißt es lange: „Ach, der ist halt so.“
Warum das gerade bei dieser Rasse so relevant ist
Weil der Havaneser klug und menschenbezogen ist. Er lernt sehr schnell – im Guten wie im Schlechten. Wenn er merkt, dass Hochspringen Erfolg hat, dass Ziehen trotzdem ans Ziel führt oder dass Bellverhalten Reaktion bringt, dann etabliert sich das leicht. AKC und HCA beschreiben die Rasse ausdrücklich als trainierbar. Genau deshalb sollte man diese Stärke nicht verschenken.
5. Havaneser sind sensibler, als viele erwarten
Viele Menschen erwarten vom Havaneser einen lockeren, unkomplizierten Anfängerhund. Klein, freundlich, weich – also wahrscheinlich robust und easy. Das ist oft zu schlicht gedacht.
Der Havaneser ist ein sehr menschenbezogener Companion Dog. Solche Hunde reagieren häufig fein auf Stimmung, Hektik, wechselnde Rituale und unklare Führung. Genau das macht sie im guten Alltag angenehm und im chaotischen Alltag schnell anstrengend.
Wie sich das zeigt
Unruhe im Haus macht den Hund unruhiger.
Viele wechselnde Regeln verunsichern ihn.
Zu harte Korrekturen passen oft schlecht.
Zu viel Mitleid hilft aber genauso wenig.
Ein klarer Tagesrhythmus macht oft einen großen Unterschied.
Die schlechte Eigenschaft ist also nicht „Sensibilität“ an sich. Die schlechte Eigenschaft ist, dass Sensibilität in einem hektischen oder inkonsequenten Umfeld schnell zum Nervenfaktor wird.
6. Sie merken sofort, wenn Regeln inkonsequent sind
Viele Halter sagen irgendwann: „Der weiß ganz genau, was er tut.“ So fühlt es sich tatsächlich oft an.
Der Havaneser lernt nicht nur Signale. Er lernt Muster. Und weil er so eng mit Menschen lebt, beobachtet er sehr genau, was sich lohnt und was nicht.
Das sieht im Alltag so aus
Sofa heute erlaubt, morgen verboten
Rückruf mal Jackpot, mal Ende vom Spaß
Ruhe am Platz mal eingefordert, mal wieder aufgehoben
Bellen mal ignoriert, mal kommentiert, mal belohnt
Dann wirkt es schnell so, als würde der Hund „testen“. In Wahrheit lernt er einfach konsequent, wo Regeln weich werden.
Fluch und Segen
Das Gute daran: Mit einem Havaneser kann man oft sehr fein und freundlich arbeiten.Das Anstrengende daran: Man muss selbst verlässlich sein.
Er braucht keine Härte, aber er verzeiht dauernde Beliebigkeit auch nicht besonders gut.
7. Der größte Nachteil ist oft die falsche Erwartung an die Rasse
Das ist der wichtigste Punkt von allen.
Die meisten Probleme, die Menschen später mit Havanesern haben, kommen nicht daher, dass der Havaneser objektiv „schlechte Eigenschaften“ hätte. Sie kommen daher, dass die Erwartung zu glatt war.
Man wollte:
klein
süß
familiennah
unkompliziert
leicht
anfängertauglich
Bekommen hat man:
klein, ja
süß, absolut
familiennah, extrem
aber auch bindungsstark
pflegeintensiv
bellbereit
sensibel
alltagsprägend
Und genau da kippt es.
Die eigentliche ehrliche Wahrheit ist deshalb: Der Havaneser ist kein schlechter Hund. Er ist ein Hund, dessen schwierige Seiten im Vorfeld oft nicht ehrlich genug benannt werden.
Vergleichsübersicht: Was am Havaneser wirklich anstrengend werden kann
Eigenschaft | Klingt erstmal positiv | Wird im Alltag schwierig, wenn … | Was hilft |
Anhänglichkeit | Familiennah, kuschelig | der Hund keine Selbstständigkeit lernt | Ruhetraining, Mini-Alleinzeiten, klare Routinen |
Weiches Fell | Hübsch, wenig Haarverlust | Pflege unregelmäßig wird | gute Bürste, Metallkamm, feste Pflegeroutine |
Wachsamkeit | aufmerksam | Bellen ständig Erfolg hat | früh begleiten, Alternativverhalten, Ruhetraining |
Intelligenz | leicht trainierbar | Regeln inkonsequent sind | klare Signale, sauberes Timing, Wiederholung |
Sensibilität | feinfühlig, eng am Menschen | der Alltag hektisch und unklar ist | ruhige Führung, verlässliche Abläufe |
Für wen der Havaneser trotz dieser Nachteile gut passt
Der Havaneser passt oft sehr gut zu euch, wenn ihr:
einen echten Begleithund wollt
Nähe mögt, aber Selbstständigkeit bewusst aufbaut
Fellpflege nicht romantisiert, sondern einplant
freundlich, aber klar erzieht
Lust auf Alltag mit Hund habt und nicht nur auf einen hübschen Hund im Haus
bereit seid, Ruhe, Alleinbleiben und Routinen wirklich zu trainieren
Dann werden genau die Eigenschaften, die andere als Nachteil erleben, oft zu etwas Schönem: Anhänglichkeit wird zu Bindung, Sensibilität zu feiner Kommunikation, Wachsamkeit zu Aufmerksamkeit.
Für wen der Havaneser eher nicht die richtige Wahl ist
Der Havaneser passt oft weniger gut zu euch, wenn ihr:
möglichst wenig Pflegeaufwand wollt
einen emotional eher unabhängigen Hund sucht
wenig Geduld für Struktur, Wiederholung und Training habt
hofft, klein würde viele Probleme automatisch lösen
einen Hund für nebenher sucht
starke Anhänglichkeit als belastend erlebt
sehr wenig Zeit für die ersten Aufbauwochen habt
Gerade dann wirken die „schlechten Eigenschaften“ später oft viel größer, als sie eigentlich sein müssten.
Checkliste: Passt ein Havaneser wirklich zu euch?
Beantwortet diese Punkte ehrlich. Nicht mit Wunschdenken, sondern mit eurem echten Alltag.
Ein Havaneser passt eher gut zu euch, wenn …
ihr tägliche oder sehr regelmäßige Fellpflege realistisch einplant
ihr Nähe mögt, aber bewusst Selbstständigkeit mit aufbauen wollt
ihr Alleinbleiben nicht dem Zufall überlassen möchtet
ihr Bellverhalten früh begleiten würdet
ihr freundlich und gleichzeitig konsequent erzieht
ihr einen Hund wirklich integrieren wollt
Ein Havaneser passt eher schlechter zu euch, wenn …
ihr einen möglichst pflegeleichten Hund sucht
ihr mit starker Anhänglichkeit schnell genervt seid
ihr euch vor klaren Routinen eher drückt
ihr bei kleinen Hunden dazu neigt, Verhalten länger durchgehen zu lassen
ihr wenig Lust auf Wiederholung und Alltagstraining habt
Unsere ehrliche Strukturhilfe für die ersten Wochen
Wenn bei euch bald ein Havaneser-Welpe einzieht, dann ist genau das der Punkt, an dem wir immer wieder dasselbe sehen: Nicht der Hund macht am Anfang die meisten Fehler, sondern die fehlende Struktur drumherum. Deshalb ist unser Welpen-Starterpaket genau für diese Phase gedacht. Nicht als hübscher Bonus, sondern als echte Hilfe bei Stubenreinheit, Ruhetraining, Schlafplatz, Alleinbleiben, Tagesrhythmus und typischen Anfängerfehlern. Gerade bei einer so menschenbezogenen Rasse spart ein sauberer Start später unglaublich viele Korrekturen.
Häufige Fragen zu schlechten Eigenschaften beim Havaneser
Sind Havaneser wirklich anstrengend?
Nicht pauschal. Aber sie können im Alltag anstrengender sein, als viele erwarten – vor allem durch Anhänglichkeit, Fellpflege, Bellverhalten und falschen Aufbau beim Alleinbleiben.
Was sind die häufigsten schlechten Eigenschaften beim Havaneser?
Am häufigsten werden starke Anhänglichkeit, pflegeintensives Fell, Bellverhalten, Sensibilität und schnelle Gewöhnung an inkonsequente Regeln genannt.
Bellen Havaneser viel?
Nicht jeder, aber Barking ist bei der Rasse ein realistisches Thema. Der Havanese Club of America bewertet „Barking“ mit 80.
Können Havaneser gut alleine bleiben?
Ja, aber nicht automatisch. Alleinsein muss früh, kleinschrittig und positiv aufgebaut werden. AKC empfiehlt dafür kurze Trainingsschritte, zunächst sogar während man noch im Haus ist.
Ist der Havaneser für Anfänger geeignet?
Oft ja, wenn Anfänger bereit sind, Pflege, Struktur und Training ernst zu nehmen. Nicht, wenn sie nur einen kleinen, pflegeleichten Mitläufer erwarten.
Ist das Fell wirklich so aufwendig?
Ja. AKC spricht ausdrücklich von täglicher oder sehr regelmäßiger Pflege, um Matten und Verfilzungen zu vermeiden. Hill’s nennt Bürsten und Kämmen drei oder mehr Male pro Woche.
Sind Havaneser sensibel?
Viele Halter erleben sie als feinfühlig und stark am Menschen orientiert. Das macht sie angenehm, kann im hektischen oder unklaren Alltag aber auch anstrengend werden.
Was wird beim Havaneser am meisten unterschätzt?
Meistens die Kombination aus Nähebedürfnis, Pflegeaufwand und Alltagserziehung.
Welche Produkte helfen beim Havaneser wirklich?
Am sinnvollsten sind meist wenige, echte Basics: Slicker-Bürste, Metallkamm, Pflegespray, Hundehandtuch, gut sitzendes Y-Geschirr, Schleppleine, Belohnungstasche und ruhige Beschäftigung für Entspannungstraining.
Fazit: Schlechte Eigenschaften oder einfach die falsche Erwartung?
Wenn wir diesen ganzen Artikel auf einen einzigen Satz herunterbrechen müssten, dann wäre es dieser:
Der Havaneser hat keine schlechten Eigenschaften, die ihn zu einer schlechten Rasse machen. Aber er hat Eigenschaften, die im falschen Alltag schnell schlecht werden können.
Seine starke Bindung kann zu Klammern werden.Sein weiches Fell zu täglicher Pflichtarbeit.Seine Wachsamkeit zu Bellverhalten.Seine soziale Intelligenz zu einem Problem, wenn Regeln ständig kippen.Seine Sensibilität zu echter Anstrengung, wenn der Alltag zu hektisch oder zu unklar ist.
Und genau deshalb ist der Havaneser weder der perfekte kleine Anfängerhund noch eine schwierige Problemrasse. Er ist einfach ein sehr echter Hund.
Wenn ihr das vorher wisst, könnt ihr die Rasse fair einschätzen.Wenn ihr das ignoriert, werdet ihr später genau die Dinge „schlechte Eigenschaften“ nennen, die vorher niemand ehrlich genug benannt hat.
Und genau deshalb ist diese Suchanfrage so gut.Sie fragt nicht: „Ist der Havaneser süß?
“Sondern: „Worauf lassen wir uns wirklich ein?“
Und das ist vor einem Hundekauf fast immer die bessere Frage.



Ich kann manchen Punkten zustimmen, einigen aber nicht. Also: mein 3 Jahre alter Havaneser ist anhänglich, aber nicht extrem, kann alleine bleiben, ist aus meiner Sicht nicht bellfreudiger als andere Hunde. Aber klar, das haben wir trainiert. Wenn es bei uns an der Wohnungstür oben klingelt, bellt er, WEIL er erwartet, dass es jemand für IHN ist (Nachbarn mögen ihn und streicheln ihn). Das krieg ich nicht weg. Wenn die (allgemeine) Haustür klingelt, bellt er meist nicht, weil er weiß, dass das vermutlich bloß DHL etc ist. Große Hunde, Menschen etc bellt er im Normalfall nicht an. Weil ich es trainiert habe. Er bellt Geräte und "komische" Dinge an, die plötzlich irgendwo in der Wohnung stehen. Insgesamt kommen wir m.…