Entfilzen ohne Drama – Knoten retten statt scheren beim Havaneser
- fibisadventures
- vor 6 Tagen
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Es gibt diesen Moment, den wahrscheinlich jeder Havaneser-Mensch kennt:
Man streicht über das Fell, bleibt hängen und weiß sofort: Oh nein, da ist ein Knoten.
Auch bei Fibi passiert das. Trotz regelmäßiger Pflege, trotz Bürsten, trotz aller guten Vorsätze. Und genau deshalb haben wir gelernt: Verfilzungen sind kein Zeichen von schlechter Pflege, sondern ganz normal bei feinem Havi-Fell.
Die gute Nachricht: Nicht jeder Knoten muss geschoren werden.Heute zeigen wir euch, wie wir Verfilzungen ruhig, schonend und ohne Drama lösen und wann wir bewusst aufhören.
Warum Havaneser-Fell so schnell verfilzt
Das Fell des Havanesers ist lang, fein und ohne klassische Unterwolle. Das macht es:
besonders weich
aber auch besonders anfällig für Reibung
Typische Problemstellen bei Fibi:
hinter den Ohren
unter den Achseln
am Halsband- oder Geschirrbereich
an den Beinchen
Schon ein Spaziergang bei Wind oder ein Nickerchen auf der Decke kann reichen, damit sich kleine Knoten bilden.
Unsere wichtigste Regel: Ziehen ist tabu
Sobald es zieht, hören wir auf, denn Ziehen bedeutet Schmerz und Schmerz zerstört Vertrauen.
Fibi zeigt sehr klar, wann etwas unangenehm wird. Und genau da setzen wir an: Entfilzen darf Zeit kosten, aber es darf nie wehtun.
Schritt 1: Entfilzen immer im trockenen Zustand
Nasses Fell entfilzt man nicht, man verschlimmert es. Bevor wir überhaupt ein Werkzeug in die Hand nehmen, prüfen wir:
Ist das Fell trocken?
Ist Fibi entspannt?
Haben wir Zeit?
Wenn eine dieser Fragen mit Nein beantwortet wird, vertagen wir es.
Schritt 2: Detangler & Conditioner – kleine Helfer, große Wirkung
Ein leichtes Detangler- oder Conditioner-Spray ist für uns der erste Schritt. Nicht, um den Knoten „wegzuzaubern“, sondern um:
das Haar geschmeidiger zu machen
Reibung zu reduzieren
Zug zu vermeiden
Wir sprühen sparsam direkt auf den Knoten und lassen es kurz einwirken. Schon das macht einen spürbaren Unterschied.
Schritt 3: Mit den Fingern anfangen
Bevor Bürste oder Kamm ins Spiel kommen, arbeiten wir mit den Fingern. Ganz vorsichtig lockern wir den Knoten von außen nach innen. Oft reicht das schon, um ihn deutlich zu verkleinern.
Gerade bei Fibi hat sich das bewährt, denn sie bleibt ruhig, weil nichts zieht.
Der Entfilzungskamm – gezielt, nicht flächig
Der Entfilzungskamm ist ein Werkzeug für einzelne Stellen, nicht für den ganzen Hund. Wir nutzen ihn:
nur bei hartnäckigen Knoten
in kleinen Bewegungen
immer vom Fellende Richtung Haut
Wichtig: Nie „durchziehen“. Lieber viele kleine Schritte als ein grober.
Die Schere – nur im Notfall und mit Abstand
Manchmal geht es nicht anders. Dann greifen wir zur abgerundeten Schere. Aber nur unter einer Bedingung:
Wir schneiden nicht an der Haut, sondern lösen den Knoten, indem wir ihn vorsichtig längs einschneiden, weit weg von der Haut.
Das Ziel ist nicht Schönheit, sondern Erleichterung.
Wann wir bewusst aufgeben
So ehrlich sind wir auch: Manche Verfilzungen lassen sich nicht retten. Wenn ein Knoten:
sehr nah an der Haut sitzt
stark verfilzt ist
Fibi sichtbar stresst
… dann entscheiden wir uns gegen das Entfilzen, denn Wohlbefinden geht immer vor Perfektion.
Vorbeugen statt reparieren
Seit wir diese Routinen haben, müssen wir deutlich seltener entfilzen:
kurzes Bürsten statt seltenes Großprojekt
Conditioner bei trockener Luft
besondere Aufmerksamkeit an Problemstellen
Das spart Zeit, Nerven und Fell.
Unser Fazit
Entfilzen muss kein Kampf sein, denn mit Ruhe, den richtigen Hilfsmitteln und der Bereitschaft, auch mal loszulassen, lassen sich viele Knoten retten. Ohne Schere, ohne Stress, ohne Drama.
Fibi hat uns beigebracht: Fellpflege ist kein Wettkampf. Sie ist Fürsorge.



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