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Havaneser & Treppensteigen – Wie viel Stufen sind okay?

Wenn man einen kleinen, flauschigen Havaneser zu Hause hat, stellt sich schnell eine Frage: Darf der überhaupt Treppen steigen – oder ist das schlecht für die Gelenke?


Auch wir haben uns das damals gefragt, als Fibi bei uns eingezogen ist. Schließlich hat sie kurze Beinchen, eine zierliche Statur und war zu Beginn kaum größer als ein Kuscheltier. Heute sagen wir: Ja, Treppensteigen ist möglich – aber nicht immer und nicht sofort.


Kleine Beine, große Stufen: Warum Vorsicht wichtig ist


Gerade in den ersten Lebensmonaten ist das Knochengerüst eines Havanesers noch weich und anfällig. Dazu kommt: Havaneser neigen zur Patellaluxation – also zu lockeren Kniescheiben, die herausspringen können. Zu frühes oder falsches Treppensteigen kann da auf Dauer mehr schaden als nützen.


Bei Fibi war klar: Am Anfang wurden alle hohen Treppen getragen – egal ob im Hausflur oder draußen. Vor allem dann, wenn sie noch wackelig unterwegs war oder sich zu sehr beeilen wollte.


Ab wann darf ein Havaneser Treppen steigen?


Wir haben uns an diese grobe Faustregel gehalten:


  • Bis zum 6. Lebensmonat: nur ganz flache Stufen, und das auch nur unter Aufsicht.


  • Ab 6 Monaten: kurze Treppenabschnitte üben – langsam, mit Leine, Schritt für Schritt.


  • Ab 10–12 Monaten: wenn der Hund ausgewachsen und sicher im Gangbild ist, dürfen auch normale Treppen selbstständig gelaufen werden – vorausgesetzt, er macht es ruhig.


Wichtig: Jeder Hund ist anders! Manche sind körperlich schneller fit, andere brauchen mehr Zeit. Im Zweifel lieber einmal zu oft tragen als zu früh überfordern.


So haben wir das Treppensteigen geübt


Damit Fibi das Treppenlaufen nicht als „verboten“, sondern als kontrollierbare Herausforderung erlebt, haben wir kleine Trainingseinheiten eingebaut:


  1. Flache Gartenstufen als Übungsgelände – rauf, runter, viel Lob.

  2. Immer an der Leine, damit sie nicht hochspringt oder durchstartet.

  3. Ruhige Kommandos wie „langsam“ oder „Stopp“, falls sie zu schnell wurde.

  4. Am Anfang nur eine Etage, dann Pause, dann zurück.

  5. Und bei Müdigkeit: Hochheben statt Stufenlauf.


Sie hat schnell verstanden, dass es kein Wettrennen ist – und dass sie beim Treppensteigen auf uns achtet.


Wann lieber tragen?


Auch wenn ein Havaneser gesund ist, gibt es Situationen, in denen Tragen die bessere Wahl ist:


  • Bei glatten oder rutschigen Treppen (z. B. Metallgitter, glatter Stein)


  • Wenn der Hund sehr aufgeregt oder abgelenkt ist


  • Nach Operationen oder bei Gelenkproblemen


  • Wenn der Hund älter wird oder sichtbar Schmerzen hat


  • Und ganz generell: in den ersten Lebensmonaten


Manche Menschen sagen: „Aber der Hund muss das doch lernen!“ Stimmt – aber nicht auf Kosten seiner Gesundheit. Wir sehen es wie beim Kleinkind: Erst kommt das Üben – dann kommt das Vertrauen.


Fazit – Stufe für Stufe, aber mit Gefühl


Ein Havaneser darf Treppen steigen – wenn er körperlich so weit ist und es langsam lernt. Bei Fibi hat sich bewährt: lieber einmal zu viel getragen als ein Leben lang Gelenkprobleme.


Und heute? Flitzt sie selbstbewusst die Stufen hoch – aber nie ohne ein prüfendes „Okay?“ von uns. Denn auch wenn sie klein ist, hat sie längst gelernt: Nicht jede Treppe muss allein gemeistert werden – manchmal ist Tragen eben doch Liebe.



 
 
 

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