Hund bellt beim Klingeln abgewöhnen - DAS war der Schlüssel zum Erfolg
- Fibis Adventures

- 14. Feb. 2024
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 19. März
In diesem Beitrag wollen wir euch die Hintergründe erzählen zu unserer damaligen Trainingsreihe. Wir wollen euch noch tiefer in die Denkprozesse mitnehmen, was wir uns beim Durchführen der einzelnen Schritte gedacht haben.
Alles ist auch in Videoform dokumentiert, hier das erste Video:
Klingelton aufnehmen - Vorbereitung ist alles
Fibi und Krümel müssen sich an den Klingelton der Klingel gewöhnen. Das kann aber nur passieren, wenn wir dauerhaft den Klingelton abspielen können. Wenn wir ständig zur Klingel dafür laufen müssen, sammeln wir zwar Schritte, können aber schlechter üben.
Auf dem iPhone haben wir dazu die Sprachmemo-App genutzt, die ist direkt auf dem Gerät installiert. Selbiges wird es wahrscheinlich auch auf Android-Smartphones geben.
Nehmt den Klingelton am besten auf, wenn eure Hunde nicht im Haus sind. Daran hatten wir gar nicht gedacht, denn die Fibi bellt natürlich, wenn es klingelt.
Wie ihr im Video sehen konntet, hilft uns eine Aufnahme wenig, auf der zusätzliches Hundegebell zu hören ist. Geht am besten direkt zum Lautsprecher der Klingel, damit der Ton so laut wie möglich zu hören ist.
Klingelton normalisieren - Alltag statt gestellter Situation
Im Video könnt ihr sehr gut sehen, dass unsere Hunde nicht blöd sind. Fibi und Krümel haben schnell gemerkt, dass dieser Klingelton nicht die typische Situation darstellt, wenn wir dem Paketboten die Türe öffnen. Auch eure Hunde werden das vermutlich merken und uns wurde das durch das Video noch bewusster.
Wir fanden es aber anfangs hilfreich, um generell erstmal eine hohe Frequenz auf den Ton geben zu können und die Hunde zu belohnen, wenn sie still sind.
Im zweiten Schritt sind wir dann tatsächlich zu Alltagssituationen übergegangen, wenn wir auf dem Sofa saßen, in der Küche etwas gemacht haben oder am Tisch saßen. Dazu seht ihr noch mehr im nächsten Video.
Deckentraining - Das muss sitzen
Unser Ziel ist es, dass der Hund, wenn es klingelt, entspannt daliegt und wir herumrennen oder herumlaufen können, wie wir wollen. Die beiden sollen weder bellen noch total aufgeregt sein. So ist es auch in Zukunft bei Besuch entspannter und wir schlagen zwei Fliegen mit einer Klappe.
Hierzu muss schlichtweg das Deckentraining erstmal sitzen. Ob unsere Hunde in Zukunft auch auf den Platz geschickt werden oder einfach ruhig dort liegen bleiben, wo sie in dem Moment sind, lassen wir uns noch offen. Davon sind wir noch weit entfernt.
Wir sind zuerst im Raum herumgelaufen und haben sie belohnt, wenn sie auf dem Platz blieben. Es soll sich für die beiden lohnen, auf dem Platz zu liegen. Im Anschluss haben wir den Raum verlassen oder sogar die Haustüre geöffnet. Wir wollten die Schwierigkeit für die beiden sukzessive erhöhen. Immer wenn es ein Schritt zu für die Hunde zu viel war, sind wir einen Schritt zurückgegangen und haben die vorherige Übung gefestigt.
Das hat die Geduld der beiden ordentlich gefordert - speziell bei Krümel. Für Fibi sind solche Übungen weniger ein Problem als für ihn. Sie hat eine ausdauernde Geduld und hat eher Angst, ausgelassen zu werden, wenn es schnell wird. Das haben wir besonders dann gemerkt, wenn wir hektisch aus dem Raum sind - der letzte Schritt.
Im letzten Schritt wollten wir hektisch aus dem Raum und die Haustür öffnen, um den höchsten Grad der Anstrengung für die Hunde zu erreichen und auch die reale Situation darzustellen. Wir wollen die Übungen so realitätsgetreu wie möglich halten. Laufen wir entspannt zur Klingel, ist das zwar toll und entspannt und die Hunde lernen den Prozess sicher schneller, aber das ist einfach nicht die reale Alltagssituation.
Theresa hat leider in dem Moment vergessen, auf den Aufnahmeknopf zu drücken und wir haben davon keine Aufnahme - geklappt hat es dennoch nicht.
Beide sind aufgesprungen und wir haben gemerkt, Haustür öffnen ist noch ein großes Problem. Das gehen wir im nächsten Video an, viel Spaß :)
Jetzt kommt Teil 2, hierzu das Video:
Krümel will immer dabei sein - Platz festigen
Krümel ist ungern allein. Er will immer dabei sein und findet es ziemlich uncool, wenn wir nicht bei ihm sind. Das zeigt sich auch, wenn wir das Training durchführen. Sobald es etwas schneller wird, sprintet er aus dem Platz. Da es nicht unwahrscheinlich ist, dass wir auch schnell zur Klingel müssen, haben wir das besonders geübt.
Abspielton ≠ Klingelton
Im letzten Beitrag haben wir versucht, den Ton so realistisch wie möglich aufzunehmen. Wir dachten auch, das hätten wir gemacht. Es hat sich im Training aber herausgestellt, dass Fibi und Krümel verstanden haben, wann es die echte Klingel und wann es lediglich das Handy ist. Das lag vorrangig an zwei Faktoren:
Der Klingelton selbst
Die Richtung des Tons
Unser Klingelton hatte wenige Störgeräusche, die Fibi erkannte und den Abspielton nicht als Klingelton wahrnahm. Außerdem verstand sie, dass der eigentliche Klingelton nur im Flur zu hören ist und nicht in anderen Räumen.
Deshalb haben wir den Klingelton so geschnitten, dass nur er zu hören ist und weiter an der Klingel selbst trainiert.
Warum die Klingel nicht das einzige Problem ist
Im Training ist uns obendrein aufgefallen, dass die Klingel nicht das eigentliche Problem ist, sondern das, was an der Haustür passiert. Fibi scheint es besonders suspekt zu sein, wer da kommt und was derjenige möchte.
Das fängt bereits an, wenn wir die Haustüre öffnen. Deshalb müssen wir unser Training umstrukturieren und beginnen bei der Haustür.
1. Trainingsschritt - Haustüre öffnen und schließen
Das Klingeln soll normal und ohne Reaktion sein, ebenso die Haustüre. Deshalb öffnen und schließen wir sie. Liegen die Hunde auf dem Platz, bekommen sie ein Leckerli. Das machen wir so lang, bis beide entspannt auf dem Platz liegen.
2. Trainingsschritt - Klingeln, aber Tür bleibt geöffnet
Wir wollen uns langsam an die reale Situation herantasten, deshalb lassen wir nun die Türe geöffnet, aber klingeln. So haben wir den originalen Klingelton, aber erschweren es Fibi und Krümel nicht mit der Tür.
3. Trainingsschritt - Kombination
Im dritten Schritt kombinieren wir das Klingeln und Türe öffnen/schließen. So machen wir es den Hunden noch schwerer, denn wir verlassen den Raum.
4. Trainingsschritt - Böses Reden
Im vierten und vorletzten Trainingsschritt behalten wir die bisherigen Schritte bei und reden gleichzeitig an der Haustüre. Exakt das hat Fibi besonders gestört, weshalb wir es erst dann in das Training integrieren möchten, wenn der Rest sitzt. Bleiben die Hunde trotzdem auf dem Platz, gibt es ein Leckerli.
Letzter Trainingsschritt - Es wird ernst
Im finalen Trainingsschritt wollen wir die ,,Fake-Trainingssituation'' auflösen und in den Alltag übergehen. Bisher wirkte alles für die Hunde gestellt und wir haben lediglich einzelne Elemente trainiert.
So konnten wir zuerst die Störquellen minimieren, wie das Bellen beim Reden an der Tür oder beim Klingeln, um jetzt das Training in eine reale Situation zu verwandeln.
Wie auch beim Bellen mit dem Klingelton, merken unsere Hunde, dass das eine Trainingssituation ist und mit dem Alltag wenig zu tun hat. Deshalb setzen wir uns an den Tisch, unterhalten uns und spielen die Klingel mithilfe einer Bluetoothbox im Flur ab. Der Ton ist wie das Original, kommt aus derselben Richtung und wir sind entspannt.



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