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Darf man einen Havaneser scheren? Unsere Erfahrungen mit Fellpflege & Sommerschur

Aktualisiert: 11. Feb.

Das flauschige, seidige Fell war einer der Gründe, warum wir uns damals in Fibi verliebt haben.

Doch mit der Zeit haben wir gemerkt: So schön das Havaneser-Fell ist – es bringt auch einiges an Pflege mit sich. Besonders im Sommer stellt sich dann oft die Frage: Darf man einen Havaneser scheren – oder ist das schädlich?


In diesem Blogbeitrag teilen wir unsere persönlichen Erfahrungen mit euch, erklären, wie das Havaneser-Fell eigentlich aufgebaut ist, und gehen auf die Vor- und Nachteile einer Sommerschur ein.


Havaneser scheren – kurz erklärt


  • Das Fell eines Havanesers wächst kontinuierlich und haart kaum.


  • Eine moderate Schur kann Pflege erleichtern, sollte aber nie zu kurz sein.


  • Das Fell schützt auch im Sommer vor Sonne und Hitze.


  • Die Entscheidung hängt stark vom Alltag und der Fellstruktur ab.


Das besondere Fell des Havanesers


Der Havaneser hat eine Besonderheit: Er haart kaum, bis gar nicht, denn sein Fell wächst kontinuierlich und fällt nicht zyklisch aus wie bei vielen anderen Rassen. Statt Unterwolle besitzt er nur ein langes Deckhaar, das weich, seidig und wellig bis lockig sein kann. Viele bezeichnen ihn daher auch als „Allergikerhund“.


Bedeutet aber auch: Ohne Pflege entstehen schnell Verfilzungen.

Besonders empfindliche Stellen sind:


  • Achseln

  • hinter den Ohren

  • Bauchbereich

  • Hinterläufe


Regelmäßiges Bürsten mit einer speziellen Bürste für lange Rassen bleibt deshalb die wichtigste Grundlage. Egal, ob ihr euch für eine Schur entscheidet oder nicht.


Scheren oder nicht scheren – was ist richtig?


In Foren, sozialen Medien und unter unseren YouTube-Videos wird darüber heiß diskutiert: Sollte man einen Havaneser (im Sommer scheren) oder nicht?


Einige Halter (darunter auch wir) sagen ganz klar: Ja! Das Fell wird kürzer, die Pflege leichter, der Hund scheint sich wohler zu fühlen.


Andere wiederum warnen, dass eine radikale Schur die Fellstruktur dauerhaft verändern kann. Das Fell werde wolliger, weniger seidig und schwerer zu pflegen – das sogenannte „Kastratenfell“-Phänomen tritt auch manchmal nach häufiger Schur auf.


Wann eine Schur sinnvoll sein kann


  • wenn das Fell stark verfilzt

  • bei sehr aktiven Outdoor-Hunden

  • wenn der Pflegeaufwand im Alltag zu hoch wird

  • wenn der Hund sich sichtbar wohler fühlt


Wann wir vorsichtig wären


  • bei sehr heller Haut ohne Sonnenschutz

  • bei extrem kurzen Schuren

  • wenn die Fellstruktur sehr fein ist


Wichtig: Hunde kühlen sich nicht über das Fell ab, sondern über das Hecheln. Eine Schur ersetzt also keine Hitzeschutzmaßnahmen.


Unsere Haltung zur Sommerschur


Wir haben uns bei Fibi für einen Mittelweg entschieden. Keine Glatze, wie bei Jonas, aber nicht nur im Sommer bekommt sie einen pflegeleichten Schnitt, bei dem wir das Fell auf maximal 9 mm kürzen oder sie mit der Schere schneiden. Für uns funktioniert das gut – und Fibi scheint sich sichtbar wohler zu fühlen.


Wichtig ist uns: Das Fell darf, selbst im Sommer, nie zu kurz geschnitten sein! Denn auch ohne Unterwolle schützt es die Haut vor UV-Strahlung, Insekten und Hitze.


Vor- und Nachteile einer Schur


Vorteile:


  • weniger Verfilzungen und Pflegeaufwand

  • kürzere Trocknungszeit nach dem Baden

  • angenehmer für den Hund bei Hitze

  • weniger Schmutz im Fell bei Outdoor-Aktivitäten


Nachteile:


  • Veränderung der Fellstruktur bei häufiger oder radikaler Schur

  • mögliche erhöhte Sonnenempfindlichkeit (v.a. bei hellen Hunden)

  • keine automatische „Abkühlung“ – Hunde regulieren Temperatur über Hecheln, nicht übers Fell


Alternativen zur Schur


Wenn ihr euch unsicher seid, ob ihr den Havaneser scheren solltet, gibt es auch gute Alternativen:


  • Regelmäßiges Bürsten (2–3× pro Woche), um Verfilzungen vorzubeugen

  • Fell mit der Schere kürzen statt scheren – z. B. an Bauch, Beinen und Gesicht

  • Sonnenschutz bei hellen Hunden – z. B. mit Hundesonnencreme oder Schattenpausen

  • Kühlmatten für zu Hause

  • Wasserspiele oder Bachwanderungen zur Abkühlung


Pflege im Alltag – Unser realistischer Ansatz


Wir versuchen nicht, das Fell „perfekt“ aussehen zu lassen, sondern alltagstauglich zu halten. Ein gepflegter, aber natürlicher Look passt besser zu unserem Lebensstil als ein aufwendig gestylter Showcut.


Und manchmal bedeutet Fellpflege eben nicht mehr Aufwand, sondern die richtige Balance zwischen Bürsten, Kürzen und Beobachten.


Häufige Fragen zur Sommerschur beim Havaneser


Ist Scheren gefährlich?


Nein, solange das Fell nicht zu kurz geschnitten wird.


Wie kurz darf man einen Havaneser scheren?


Viele Groomer empfehlen moderate Längen statt radikaler Kurzschuren.


Wird das Fell nach dem Scheren anders?


Das kann passieren. Vor allem bei sehr häufigem oder extrem kurzem Schneiden.


Braucht ein Havaneser im Sommer unbedingt eine Schur?


Nein. Manche kommen mit regelmäßiger Pflege genauso gut zurecht.


Sollte man selbst scheren oder zum Hundefriseur gehen?


Wenn ihr unsicher seid, ist ein erfahrener Hundefriseur oft die bessere Wahl.


Unser Fazit - Pflegeleicht, aber nicht zu kurz


Ob man einen Havaneser scheren sollte, hängt vom individuellen Hund, dem Alltag und der Fellbeschaffenheit ab. Für uns war eine moderate Sommerschur die beste Lösung: pflegeleichter, aber nicht zu kurz.


Wichtig ist, sich vorher gut zu informieren – und sich nicht von Internet-Meinungen verunsichern zu lassen.


Wenn ihr euch unsicher seid, sprecht mit einem erfahrenen Hundefriseur oder eurer Tierärztin. Und wenn ihr Fragen zu Fibis Fell oder unserer Pflege-Routine habt – schreibt uns gern auf Instagram.




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